Prozessordnung

Dem jeweils zuständigen Richter obliegt es angemessene Strafen zu verhängen. Geldbußen fallen zu einem Viertel an den Geschädigten, zu zwei Viertel an den Lehensgeber des Richters und zu einem Viertel an die Krone.

§1

Geringe Strafen können Wiedergutmachung durch Arbeit oder Naturalien und geringe Geldstrafen bis zu zwei Monatseinkommen des Täters sein. Die Schandgeige, Schandmaske, der Pranger sowie die Prügelstrafe bis zu 30 Schlägen mit dem Stock oder der Geißel können als geringe Strafen gelten. Vor allem kleinere Eigentumsdelikte sind mit geringen Strafen zu bestraft.

Von der Strafe des Abhackens von Gliedmaßen soll Abstand genommen werden, da hierbei eine ehrliche Arbeit für die Verurteilten unmöglich gemacht wird.

§2

Mittlere Strafen sind die Prügelstrafe ab 30 Schlägen mit dem Stock oder der Geißel, Geldstrafen bis zu einem Jahreseinkommen des Täters, Einkerkerung bis zu zwei Jahren, längerer Arbeitsdienst.

Von der Strafe des Abhackens von Gliedmaßen soll Abstand genommen werden, da hierbei eine ehrliche Arbeit für die Verurteilten unmöglich gemacht wird.

§3

Große Strafen sind vor allem das Einkerkern länger als zwei Jahre, das Abschlagen von Gliedmaßen, die Brandmarkung von Tätern, Arbeitsdienst bis an das Ende seiner Tage.

§4

Sollte ein Falschmünzer überführet werden, so sind 5 seiner Münzen einzuschmelzen und ihm den Hals hinunter zu schütten. Hiernach ist er frei seiner Wege zu gehen.

§5

Todesstrafe: Schwerverbrechen (Mord, Selbstjustiz, schwerer Raub, Vergewaltigung usw.) kann der im Amt befindliche Richter mit dem Tode des Angeklagten verurteilen. Das Urteil ist spätestens vier Tage nach dem Schiedsspruch zu vollziehen.

In dieser Zeit hat der Delinquent Anspruch auf eine Stunde Beistand durch einen Geistlichen seiner Wahl, der in höchsten 2 Meilen Umfeld arbeitet. Die direkten Angehörigen können den Delinquenten einmal zu einem gemeinsamen Essen in diesen Tagen unter Aufsicht besuchen.

Je nach Schwere des Vergehens kann der Tod durch Enthauptung, Folter, Rädern, Scheiterhaufen oder Hängen herbeigeführt werden. Das Opfer oder Angehörige des Opfers sollen zur Hinrichtungsart gehört werden.

Die Öffentlichkeit ist dabei zur Abschreckung angehalten, einer Hinrichtung beizuwohnen. Kinder, welche das 6. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, sind von dieser Regelung ausgeschlossen.

  • 6 Hochverräter sind mit dem Kopfe nach unten hängend an ein hölzernes Kreuz zu nageln und offen ersichtlich an der Reichsstraße vor den Mauern der jeweiligen Lehensstadt aufzustellen. Der Verräter möge dort verweilen, bis dass er sich vom hölzernen Kreuz von selbst löst. Ein jeder, der ihm Hilfe auch nur anbietet, ist neben ihn zu stellen auf die gleiche Weises der Abschreckung zur Schau gestellt. Es gelten für ihn die gleichen Rechte, wie die des Verräters.

Adlige werden hierbei 5 Tagen am Leben erhalten, damit sie sich der Schwere ihres Verbrechens bewusst werden.

§7

Die Folter ist zum Herausfinden der Wahrheit gestattet. Der Richter entscheidet über die Art und Dauer der Folter. Ausschließlich der vom Richter bestimmte Henker darf die Folter ausführen. Bei der Folter ist darauf zu achten, dass der Täter nicht stirbt. Sollte der Täter aufgrund der Tortur des Henkers sterben, muss dieser Wiedergutmachung leisten, deren Höhe durch den Richter bestimmt wird.

§8

Für die Verpflegung und Pflege eines Gefangenen sind dessen Angehörige zuständig. Entsprechende Naturalien und die Kosten für Heilung sind den Wachen zu übergeben. Es gibt kein Recht auf persönliches Überbringen dieser Dinge.

Die Familie des Gefangenen hat ein Kupfer pro Tag Unterbringungskosten an den zuständigen Büttel zu bezahlen. Sollte die Unschuld des Täters bewiesen werden, so wird die Hälfet des Betrages zurück erstattet. Einen Anspruch auf Erstattung der Naturalien gibt es nicht.

§9

Wiedergutmachung in Geld, Naturalien und Arbeit hat der Täter dem Opfer oder dessen Familie zusätzlich zur Strafe zu leisten. Der Richter bestimmt das Maß der Wiedergutmachung.